Planungsdokumente: SB Release 2026.15

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Inhaltsverzeichnis

SB 2026.15 Kapitelbezogene Kategorie

Schutzgut Klima

Bestandsaufnahme des derzeitigen Umweltzustands

Der Hamburger Raum wird dem warmgemäßigten atlantischen Klimabereich zugeordnet, der durch ganzjährige milde Temperaturen aufgrund des Einflusses von Nordsee und Elbe geprägt ist. Charakteristisch sind feuchtkühle Sommer und relativ milde Winter. Von Bedeutung ist, dass der gesamte norddeutsche und Hamburger Raum zu den windreichen Gebieten mit der Hauptwindrichtung aus Süd-West zählt. Das Lokalklima des Plangebiets ist vor allem durch die Nähe zur Elbe und den hohen Versiegelungsgraden des Umfeldes geprägt

Die bebauten Flächen entlang der Shanghaiallee und die bisher unbebauten Flächen entlang der Bahn zählen aufgrund der hohen Versiegelung und der nur recht spärlichen Vegetation zu

den bioklimatischen Belastungsräumen. Demgegenüber kommt dem bereits bestehenden Lohsepark mit seinem Grünbestand lokal eine bioklimatisch entlastende Funktion zu.

Die Parkanlage wirkt sich temperaturausgleichend und feuchtigkeitsregulierend auf die an- grenzenden Gebäude aus. Durch kleinräumigen Luftaustausch werden die klimatischen Be- lastungen gepuffert und ausgeglichen. Die ca. 80 m breite Parkanlage liegt orthogonal zur Hauptwindrichtung, so dass der Aufenthalt im Park im Windschatten der Bebauung begünstigt wird. Durch Verdunstung und nächtliche Abkühlung durch die Parkanlage kann während der Hitzeperioden eine spürbare bioklimatische Entlastung der angrenzenden Bebauung bewirkt werden. Durch die offene Lage des Parks zum Wasser im Norden und Süden werden die klimatisch entlastenden und durchlüftenden Funktionen der Wasserflächen wirksam einbezo- gen. Die von Bebauung frei gehaltene Parkanlage verbessert ferner den Luftaustausch mit dem klimatisch belasteten Innenstadtbereich und der Speicherstadt und trägt zur Luftreinheit durch Schadstofffilterung insbesondere durch die neu gepflanzten bzw. erhaltenen Bäume bei.

Lokalklimatisch entlastend wirken zudem die umgebenden Wasserflächen (Brooktorhafen, Eri- cusgraben, Baakenhafen) und die Luftzirkulation im Verlauf der Norderelbe. Während som- merlicher Stillwetterlagen mit Hitzeperioden verringert sich die lokalklimatische Entlastungs- wirkung der Wasserflächen, da diese nächtlich die Umgebungstemperatur angleichen und nur noch geringe Wärmelasten der Bebauung aufnehmen können. Im Zuge des Klimawandels sind ein Anstieg der Anzahl der Tage mit hohen Wärmebelastungen im Sommer und ein er- höhtes Niederschlagsaufkommen in den Wintermonaten zu erwarten.

Entwicklung des Umweltzustands bei Durchführung der Planung

Durch die weitere Zunahme der Überbauung kommt es zu einer abnehmenden Luftzirkulation im Plangebiet. Aufgrund der sich einstellenden Höhenentwicklung von Gebäuden kann es zu räumlich begrenzten Erhöhungen der Windgeschwindigkeiten kommen (z. B. Fallwinde, Dü- seneffekte). Darüber hinaus erfolgt eine erhöhte Wärmeabstrahlung der Gebäude, wodurch innerhalb des Plangebiets die Temperatur erhöht und die Luftfeuchtigkeit verringert wird. Es sind insgesamt allerdings keine nachhaltigen Verschlechterungen des lokalen Klimas zu er- warten, da das Plangebiet seine bestehende Begrünung mit dem Lohsepark behalten und nach Wachstum der Bäume und Stauden weiter verbesserte klimatischen Funktionen erzielen wird.

Die mit den vorgesehenen Nutzungen verbundene Verkehrserzeugung sowie der Energiebe- darf der Gebäude führen zu einer Erhöhung der Treibhausgasemissionen.

Maßnahmen zu Vermeidung, Verringerung und zum Ausgleich / Festsetzungen

Zentral für die lokalklimatische Situation bleibt der Lohsepark, der Bestandteil der Plankonzep- tion ist.

Des Weiteren trägt die Festsetzung in § 2 Nummer 15 zur klimaschonenden Energieversor- gung durch erneuerbare Energien bei. Mittels der vorgesehenen Begrünung und Bauman- pflanzung der nicht überbauten Grundstücksflächen in den Wohn- und Kerngebieten (vgl. § 2 Nummern 21, 22 und 23) kann ein Beitrag zur Verbesserung des Lokalklimas und zur Filterung von Luftschadstoffen geleistet werden.

Gehölze tragen zur Staubbindung bei, indem sich Staub auf der Grünmasse ablagert und bei Niederschlag abgewaschen wird. Hierdurch verringert sich der Staubgehalt der Luft. Die Leis- tung von Bäumen, Gehölzen und flächigen Grünstrukturen zur Staubfilterung wird von mehre- ren Variablen bestimmt (Korngröße des Staubes, Größe und Ausstattung der Blattflächen, kleinräumige meteorologischen Ausbreitungsbedingungen). Zudem können Bäume gasför- mige Bestandteile sowohl über die Spaltöffnungen aufnehmen als auch auf der Cuticula (wachsartiger Überzug von Blättern) anlagern.

Dachflächenbegrünung (vgl. § 2 Nummer 26) auf den überbauten Innenhöfen und den sonsti- gen Dachflächen (vgl. § 2 Nummer 27) können ebenfalls kleinräumig einen Beitrag zur Be- schattung und damit verminderten Aufheizung und Luftanfeuchtung sowie zur Staubminde- rung leisten.

Durch die sehr gute Anbindung des Plangebietes an den öffentlichen Personennahverkehr (U- Bahn-Linie U4, Buslinien, geplanter Fähranleger am Magdeburger Hafen) kann der Anteil des motorisierten Individualverkehrs und damit der Treibhausgasemissionen verringert werden. Zudem trägt der in der HafenCity übliche hohe Energiestandard der neuen Gebäude zu einer Verringerung der Emissionen bei.

Weitere besondere Maßnahmen zur Verminderung von Beeinträchtigungen des Klimas sind nicht erforderlich.

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