Bestandsaufnahme des derzeitigen Umweltzustands
Der natürlich gewachsene Boden (grundwassernahe Marschböden) ist durch eine mehrere Meter hohe Aufschüttung des Geländes bedeckt. Es handelt sich dabei um ein Spülfeld. An der Oberfläche stehen durch den Menschen geprägte Stadtböden an.
Unter der sandigen Auffüllung stehen organische Weichschichten (Torf, Mudde, Klei) des Elb- tals in verschiedenen Mächtigkeiten an. Untersuchungen haben ergeben, dass in diesen or- ganischen Weichschichten Bodengase (Methan und Kohlendioxid) in hohen Konzentrationen auftreten, die Explosions- und Erstickungsgefahren hervorrufen können. Im südlichen Teil des Plangebiets (angrenzend zum Baakenhafen) zeigt sich insgesamt nur ein schwaches Gasbil-
dungspotential. Erst weiter nördlich sind zum Teil stark erhöhte Methankonzentrationen nach- gewiesen worden. Neben Methan wurde bei einigen Sondierungen zudem Kohlendioxid in hö- heren Konzentrationen nachgewiesen.
Der Boden im Plangebiet ist aufgrund der ehemaligen industriellen Nutzung anthropogen ge- prägt und weist einen sehr hohen Versiegelungsgrad auf. Die weit überwiegende Versiegelung und Verdichtung der Böden behindern den Gasaustausch sowie die Einsickerung von Nieder- schlägen und schränkt damit die biologischen und physikalischen Funktionen des Bodens weitgehend ein.
Ausgenommen hiervon ist der bestehende Lohsepark, der mit offenen Oberböden wichtige Bodenfunktionen im Plangebiet übernimmt.
Das Plangebiet ist Teil eines Altspülfeldes, welches hinsichtlich der Gefährdungspfade Boden- Mensch und Boden-Grundwasser in 2003/2004 im Rahmen des Projektes Altspülfelder Ham- burg-Mitte bearbeitet wurde; Handlungsbedarf wurde nicht festgestellt (d.h. eine Gefährdung lag nicht vor). Schlick im Untergrund kann auftreten und ist hinsichtlich der Bodengasproble- matik von Bedeutung.
Darüber hinaus befindet sich im nördlichen Bereich des Plangebiets ein Teil einer Altlastver- dachtsfläche (Herstellung von Holzschutz und Bautenschutzmittel). Diese befindet sich aller- dings im Bereich der bereits neu hergestellten Shanghaiallee. Es kann davon ausgegangen werden, dass mögliche Verunreinigungen mit dem Bau der Shanghaiallee entfernt worden sind.
An der Shanghaiallee zwischen Koreastraße und Steinschanze befindet sich eine altlastver- dächtige Fläche (Verarbeitung von Gummi, Kunststoffen, Asbest) deren Beprobungen bei den Parametern PAK, MKW und Cyanid keine Auffälligkeiten ergab.
Innerhalb des Plangebiets befinden sich große Teile der Altlastverdachtsfläche des ehemali- gen Hannoverschen Bahnhofs (Güterbahnhof, Bahnbetriebswerk). Erhöhte Schadstoffverun- reinigungen treten überwiegend örtlich in den künstlichen Auffüllungshorizonten auf und ste- hen nur zum Teil mit der jeweiligen (ehemaligen) Flächennutzung im Zusammenhang. Bei den Schadstoffen handelt es sich vor allem um PAK und Schwermetalle. In den meisten Fällen sind tiefere Bodenschichten von Verunreinigungen nicht betroffen. Aus Sicht des Wirkungs- pfades Boden-Mensch werden die Prüfwerte der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverord- nung (BBodSchV) für Wohngebiete überschritten.
Im Bereich zwischen Stockmeyerstraße und Ericusgraben wurden erhöhte Benzo(a)pyren- so- wie Bleikonzentrationen festgestellt.
Für die Flächen besteht Verdacht auf Bombenblindgänger.